34. Ordentliche Vertreterversammlung

Niedrigzinsphase als Herausforderung

26. Juni 2018 – Die Raiffeisenbank Seebachgrund eG hat am 26.06.2018 bei ihrer Vertreterversammlung in der Mehrzweckhalle in Großenseebach einen Schlussstrich unter das Geschäftsjahr 2017 gezogen.

v. l. n. r.: Verwaltungsgremium der Raiffeisenbank Seebachgrund eG: stv. Vorstandsvorsitzender Horst Amon, Aufsichtsratsvorsitzender Rudolf Groß, Stefan Engelhardt, stv. Aufsichtsratsvorsitzender Werner Schorr, Dieter Walter, Konrad Schickert, Vorstandsvorsitzender Edmund Kainer

Der Aufsichtsratsvorsitzende Rudolf Groß leitete die Versammlung, bei der 58 Vertreter der Bank anwesend waren.

Vorstand und Aufsichtsrat wurden einstimmig entlastet.

Mit einer Dividende von 1,75 % werden die 4.396 Mitglieder am Bilanzgewinn beteiligt.

Der Vorstandsvorsitzende Edmund Kainer würdigte zu Beginn seiner Rede die Erkenntnis von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der zusammen mit Hermann Schulze-Delitzsch die Genossenschaft erfand. Herausforderungen meistere man besser gemeinsam. Alle für einen, einer für alle – das ist die Idee der Genossenschaft, so der Vorstandsvorsitzende. Genossenschaften arbeiten nicht für die Gewinnmaximierung von Aktionären, sondern machen Geschäfte für die Region, um ihre Mitglieder zu fördern, so wie die Raiffeisenbank Seebachgrund eG seit 122 Jahren. Die genossenschaftliche Finanzgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken trägt die Idee Raiffeisen’s in die Zukunft und stellt die Bedürfnisse ihrer Kunden in den Mittelpunkt, so die Aussage von Edmund Kainer.

Vor der Vorstellung des Zahlenwerks aus der Gewinn- und Verlustrechnung 2017 ging der Vorstandsvorsitzende Kainer auf die allgemeine und aktuelle Situation auf dem Bankenmarkt ein.

Die Niedrigzinsphase ist für die Kreditwirtschaft zu einer großen Herausforderung geworden. Diese kratze massiv an dem Geschäftsmodell vieler Banken; einige davon gäbe es bereits nicht mehr, so Kainer.

Aufgrund dieser Herausforderungen müsse die Bank zur Erhaltung einer angemessenen Ertragslage die Nutzung vorhandener Kostensenkungspotenziale weiterhin umsetzen. Die Bank wird ein festgelegtes Maßnahmenbündel sukzessive angehen.

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen und angesichts rückläufiger Zinserträge konnte die Raiffeisenbank Seebachgrund eG ein noch zufriedenstellendes Ergebnis verzeichnen.

Die Bank konnte dennoch aus diesem Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr die Eigenkapitalquote um 0,63 % auf 10,62 % an der Bilanzsumme steigern und bietet somit Sicherheit und eine solide Basis für die Zukunft der Bank.

Die Raiffeisenbank Seebachgrund eG ist in der Region verwurzelt und eine verlässliche Größe für Privatkunden und mittelständische Firmenkunden. Ziel sei es, diese Position als selbständige und eigenbestimmte Bank dauerhaft zu sichern, so die Aussage der Vorstände Edmund Kainer und Horst Amon.

Die Bank beschäftigte zum Jahresende 2017 63 Mitarbeiter, davon sind 29 teilzeitbeschäftigt.

Das Kreditvolumen konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr nur gering, um 0,8 %, ausgeweitet werden. Gründe hierfür sind eine verstärkte Vermittlung an Verbundpartner im Finanzverbund sowie eine vorsichtige Kreditvergabepolitik.

Das betreute Kundenvolumen stieg um 1,95 % auf 730 Mio. €. Die Bilanzsumme war leicht rückläufig und betrug zum 31.12.2017 TEUR 289.101. Die harte Kernkapitalquote beläuft sich auf 17,09 % und konnte deutlich verbessert werden. Durch die gute Eigenkapitalausstattung waren die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen jederzeit erfüllt.

Die Kundeneinlagen waren aufgrund der Nullzinspolitik weiterhin rückläufig. Die Entwicklung des Dienstleistungsgeschäftes verlief entsprechend der Nachfrage überdurchschnittlich.

Der Jahresüberschuss hat sich im Vorjahresvergleich auf 1.226 TEUR spürbar reduziert. Die Raiffeisenbank Seebachgrund eG blieb erneut von Rechtsstreitigkeiten und Kreditausfällen verschont.

Die vorgeschlagene Gewinnverwendung wurde von der Vertreterversammlung einstimmig beschlossen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Rudolf Groß berichtete über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung gem. § 53 GenG und verlas die zusammenfassenden Schlussbemerkungen des Prüfungsberichtes des Genossenschaftsverbandes Bayern e.V.

Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk wurde erteilt.

In den Aufsichtsrat einstimmig wiedergewählt wurden: Rudolf Groß und Dieter Walter.

Zum Schluss seiner Ausführungen betonte der Vorstandsvorsitzende die gute Zusammenarbeit des Vorstandes mit dem Aufsichtsrat. Diese war von der gemeinsamen Verantwortung für die Bank geprägt. Im Raiffeisenjahr 2018 freue man sich auf weitere Begegnungen mit den Mitgliedern und Kunden der Bank.

Text: Doris Lochner

Wahlen zum Aufsichtsrat: Einstimmig wiedergewählt wurden das Aufsichtsratsmitglied Dieter Walter und der Aufsichtsratsvorsitzende Rudolf Groß.